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Heimsieg bitter erkauft

Die 1. Männer der BSG Stahl Brandenburg bleiben auch nach dem 11. Spieltag in der Saison 2022/23 ungeschlagen. Auf eigenem Platz behielten sie gegen den unmittelbaren Verfolger FC Schwedt 02 mit 2:1 die Oberhand. Das Ergebnis hört sich knapper an, wie es dem Spielverlauf entsprach. Maßgeblichen Anteil daran hatte ausnahmsweise einmal der Schiedsrichter.

Vor annähernd 200 Zuschauer begannen die Platzherren wie gewohnt angriffslustig. Nach einer Ecke von Justin Inter in der 3. Minute traf Pascal Karaterzi zunächst den Ball nicht richtig, erhielt aber noch eine Nachschussgelegenheit, die knapp über das Tor ging. Der muntere Beginn setzte sich fort, die Brandenburger setzten über ihre Außen Sebastian Hoyer und Luca Köhn die Maßstäbe. Die Gäste bemühten sich mitzuhalten, sahen sich aber überwiegend in der Defensive beschäftigt.

Für „Stahl-Verhältnisse“ relativ früh, belohnte sich das Team von Cheftrainer Maik Aumann. In der 17. Minute war Köhn auf der linken Seite nicht zu stoppen, kurz vor der Grundlinie kam sein Pass vor den Schwedter Kasten, wo der aufgerückte Justin Inter sicher zum 1:0 verwandelte. Er hat seinen Treffer dem verletzten Jonas Günther gewidmet, präsentierte beim Torjubel das T-Shirt mit der Nr. 20, die Trikotnummer Günthers. Mit dem knappen Vorsprung wollte sich die Stahl-Elf nicht zufriedengeben, blieb weiter tonangebend. In der 22. Minute verpassten nach einer Köhn-Eingabe Karaterzi und Marvin Krause, der nach langer Zeit mal wieder in der Start-Elf stand. Er sprang für Max-Bennet Säger ein, bei dem beim Warmmachen Probleme auftraten. Kurz darauf versuchte es der Vorlagengeber von der Strafraumkante, doch sein Schuss strich am rechten oberen Toreck vorbei. Sein Ärger über die vergebene Chance war noch nicht „verraucht“, da durfte er dann doch jubeln. Nach schneller Balleroberung im Mittelfeld wurde Luca Köhn auf die Reise geschickt, er erlief sich das Leder und schob es am Schwedter Torhüter Maurice Bäuerle vorbei zum 2:0 ins Tor (27.).

Die Stahl-Fußballer hatten ihren Spaß an der Partie, legten weiter nach. Lukas Hehne, der wie immer fleißig arbeitete, den Gegner ständig unter Druck setzte, stand nach etwas mehr als einer halben Stunde im Mittelpunkt. Er hatte im Sechzehner den Ball verloren, setzte aber sofort nach, eroberte sich das Leder zurück, zog sofort ab, fand aber seinen Meister in Bäuerle. In der 39. Minute dann der Bruch im Spiel der Brandenburger, ausgelöst durch den Unparteiischen. In Höhe der Mittellinie kam es zu einem Zweikampf zwischen einem Schwedter und Karaterzi. Beide grätschten, niemand krümmte sich am Boden, doch der Pfiff des Referees ertönte. Zur Verblüffung aller auf dem Platz zeigte er Pascal Karaterzi die Rote Karte. Er wollte ein Nachtreten beim Stahl-Akteur gesehen haben. Dies konnte selbst sein Gegenspieler nicht bestätigen, dennoch blieb Karaterzi nur der vorgezogene Gang in die Kabine. Kurz vor der Pause kamen die Gäste dann zu ihrer besten Möglichkeit. Nach schnellem Umschaltspiel kamen sie aus 18 Meter zum Abschluss, doch der Ball flog einige Meter am rechten Pfosten vorbei.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs stellten sich die Besucher die Frage, wie würden die Gastgeber mit der Unterzahl umgehen? Nicht gut. Nur vier Minuten nach dem Wiederanpfiff war die Abwehr nicht im Bilde, Nutznießer war Christian Staatz, der aus fünf Metern Felix Baitz im Stahl-Tor keine Abwehrchance ließ. Danach wackelte die Defensive noch ein-, zweimal, doch ab der 60. Minute kehrte wieder Ruhe im Spiel der Platzherren ein. Sie erspielten sich selbst zwar keine Gelegenheiten, ließen aber auch keine zu. Geschickt hielten sie das Treiben von ihrem Strafraum fern.

Erst in der Schlussphase gerieten beide Defensivreihen wieder mehr unter Druck. Die beste Chance der Gastgeber hatte in der 82. Minute der eingewechselte Nicholas Engel, sein Versuch aus 20 Meter strich am linken Pfosten vorbei. Die Schwedter ihrerseits hatten drei Möglichkeiten, um zum Ausgleich zu kommen. Ein Schuss in der 80. Minute ging drüber, doch vier Minuten später stockte den Stahl-Fans der Atem. Baitz kam übermotiviert aus seinen Kasten, vor allem konnte er den Abschluss nicht verhindern, doch der zuverlässige Jonas Meyer klärte per Kopf. Kurz darauf zeigte Baitz seine Qualitäten, als er einen Schuss aus 18 Meter sicher parierte.

Obwohl der Schiedsrichter noch fünf Minuten darauf packte, blieb es beim verdienten 2:1-Erfolg der Stahl-Elf. Dies sah auch Trainer Maik Aumann so: „Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte kontrolliert, es stellte sich eigentlich nur die Frage, wie hoch wir heute gewinnen. Dann hat der Schiedsrichter massiv eingegriffen. Die Rote Karte ist ein schlechter Witz, selbst die Schwedter haben es nicht verstanden. Kurz nach dem Wiederbeginn gab es ein paar Unsicherheiten, doch dann haben wir das Ding sauber nach Hause gebracht. Glückwunsch an meine Mannschaft.“

Ärgerlich an dem Platzverweis für Pascal Karaterzi ist, der eigentlich nur die geringste Bestrafung nach sich ziehen kann, dass er am kommenden Sonnabend (19. Oktober) gesperrt ist. Dann steigt im Stadion am Quenz um 13 Uhr das Landespokal-Achtelfinale gegen den Oberligisten Ludwigsfelder FC. In dieser Partie hätte das Stahl-Trainerteam den erfahrenen Mann gern auf dem Platz gesehen.