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Klassenunterschied wurde deutlich

Dass die BSG Stahl Brandenburg nur die Außenseiterrolle im Landespokal-Achtelfinale gegen den Ludwigsfelder FC innehatte, betonte vor dem Anpfiff nicht nur der Cheftrainer Maik Aumann. Doch dass die Gastgeber über die gesamten 90 Minuten nicht über diese hinauswuchs, sorgte dann doch für einige Enttäuschung auf den Rängen. Mit 1:5 schieden die Brandenburger sang- und klanglos aus dem Wettbewerb aus.

Dabei sahen die 409 Zuschauer einen verheißungsvollen Start. In der 12. Minute schien der Angriff der Stahl-Elf schon verpufft zu sein. Doch der diesmal in der Startelf aufgebotene Nils Müller setzte im LFC-Strafraum energisch nach, sah den freistehenden Luca Köhn, der aus 12 Meter überlegt flach ins rechte Toreck abschloss. Für den zwei Klassen tiefer spielenden „Underdog“ ein Traumergebnis, was jedoch nur fünf Minuten bestand haben sollte. Der Oberligist zeigte sich gänzlich ungerührt und konnte nach einer Ecke ausgleichen. Brian Blisse stand sträflich frei und traf mühelos zum 1:1 (17.).

Dieser Treffer hatte fatale Wirkung bei den Brandenburgern. Sie wirkten verunsichert, kamen vor der Pause zu keinem konstruktiven Angriff mehr. Die Bälle gingen viel zu früh verloren, von Entlastung der Abwehr keine Spur. Stahl-Torhüter Felix Baitz erwischte nicht seinen besten Tag, zeigte einige Unsicherheiten, die sich auch auf seine Vorderleute auswirkten. Eine Viertelstunde wehrten sich die Platzherren gegen den Rückstand, dann nutzte Fabian Herrmann den nächsten individuellen Fehler zur verdienten Gästeführung. Nun drohte die Stahl-Mannschaft einzubrechen. Kurz darauf ermöglichte Baitz den Ludwigsfeldern die große Chance zum 3:1, lenkte das Leder dann aber noch an den Pfosten (34.). Beim nächsten Angriff war er aber chancenlos. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld durch Sebastian Hoyer marschierte Youssef Labbouz in der 35. Minute durch die Stahl-Hälfte und traf von der Strafraumkante ins rechte untere Eck zum 3:1. Zum Glück war der Favorit wenig später großzügig. Wieder einmal konnten sich die Gäste viel zu leicht durch die Stahl-Abwehr durchkombinieren, doch fünf Meter vor dem Kasten verstolperte Herrmann die gute Gelegenheit.

Zum ersten Mal in dieser Spielzeit wurde der Pausenpfiff von den Stahlspielern herbeigesehnt. Sie mussten sich in der Halbzeit neu sortieren, der Trainerstab nahm taktische Veränderungen vor, und brachte Lukas Hehne für Jonas Günther, der nach dreiwöchiger Verletzungspause nicht für die nötigen Impulse sorgen konnte. Gleich in der 48. Minute gaben die Gastgeber ein Lebenszeichen von sich. Köhn brachte einen Freistoß von links in den Sechzehner, doch Maximilian Glomm brachte nicht den nötigen Druck hinter seinen Kopfball. Die Hoffnung bei den einheimischen Fans, mit einem frühen Tor, noch einmal in die Partie zurückzufinden, zerschlug sich jedoch schnell. In der 51. Minute ging es wieder einmal viel zu rasch für die Stahl-Defensive, der Ball wurde von links vor das Tor gespielt, wo Christopher Lemke, wenn auch mit Dusel, auf 4:1 erhöhte.

Spätestens jetzt war klar, dass es an diesem Tag keine Verlängerung geben wird. Die Ludwigsfelder nahmen ein wenig das Tempo heraus, so stand die Stahl-Abwehr stabiler. Man kann der Mannschaft nicht den Vorwurf machen, dass sie nicht versucht hätte Ergebniskosmetik zu betreiben. Doch die Gäste waren ein anderes Kaliber, wie die Teams, gegen die die Brandenburger bisher angetreten waren. Trainer Aumann bewunderte nach Spielschluss anerkennend, die physischen und körperlichen Vorteile des Gegners. Die LFC-Elf ließ die Platzherren nicht ihr gewohntes Spiel aufziehen, sondern drängte seines dem Außenseiter auf. Ein erneuter Patzer in der Abwehr ermöglichte Marcel Nitzler in der 67. Minute den Treffer zum 5:1-Endstand. Nun hatte der Favorit endgültig genug, ließ von seiner Seite aus die Partie allmählich austrudeln, ohne dass der Erfolg in Gefahr geriet. Die beste Chance zum zweiten Stahl-Treffer hatte in der 85. Minute Hehne. Sein erster Versuch wurde abgewehrt und sein Nachschuss geblockt. Da wäre ein Abspiel auf Adrian Jaskola hilfreicher gewesen.

Letztendlich war es nicht wichtig. Am verdienten Sieg der Ludwigsfelder gab es keinen Zweifel, auch nicht bei Trainer Maik Aumann: „In der ersten Hälfte haben wir keinen Zugriff bekommen, erst nach der Pause wurde es besser. Was mich aber am meisten ärgert waren die individuellen Fehler, die zu den Gegentoren geführt haben. Der Klassenunterschied war heute deutlich zu sehen, ich hoffe wir lernen aus diesem Spiel. Nun können wir uns voll auf die Ligaspiele konzentrieren.“

Die Stahlfans nahmen das Ausscheiden mit Würde hin, akzeptierten die größere Klasse des Kontrahenten. Sie applaudierten ihren Spielern, auch weil sie trotz des klaren Rückstands bis zum Ende gewillt waren, den Abstand zu verkleinern. Jetzt heißt es den Mund abwischen, und nächsten Sonnabend (26. November) beim FC Hennigsdorf Ligapunkte einzusammeln.