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Lange Anlaufphase

Am Sonntag bestritten die Fußballerinnen der BSG Stahl Brandenburg ihr Achtelfinalspiel im Landespokal beim SC Oberhavel Velten. Mit einiger Mühe setzte sich der Pokalverteidiger mit 3:2 durch. Unübersehbar war die fünfwöchige Spielpause welche die Mannschaft von Trainer Oliver Gühne zu überstehen hatte. Dadurch ist der Rhythmus verloren gegangen, was sich vor allem in der ersten Hälfte bemerkbar machte.

Erschwerend kam noch der frühe Rückstand in der 7. Minute hinzu. Die Gastgeberinnen bekamen einen Freistoß aus 18 Meter Entfernung zugesprochen, den Jenna Drost verwandelte. Er wurde noch entscheidend abgefälscht, so dass Torfrau Faye Riedel ohne Abwehrchance blieb. Die Gäste wollten zwar umgehend das Ergebnis korrigieren, doch die Veltenerinnen machten geschickt die Räume eng. Sie sind zwar als Kreisligist das Kleinfeld gewohnt, doch ein Großteil des Teams spielte noch vor einem Jahr in Falkensee auf dem Großfeld, wusste also, wie man einem Favoriten das Leben schwer machen kann. Im Ansatz ergaben sich Möglichkeiten für die Brandenburgerinnen, die aber nicht gut zu Ende gespielt wurden. So ging es mit dem knappen Rückstand in die Kabine.

Dort mahnte Trainer Gühne Ruhe an. Seine Mannschaft sollte aber im zweiten Durchgang den Ball schneller laufen lassen, den Gegner in Bewegung bringen, um ihn besser überraschen zu können. Dies setzten die Stahl-Frauen im Gegensatz zum ersten Abschnitt nun wesentlich besser um. Die Belohnung folgte bereits in der 50. Minute. Fabienne Wendt setzt sich rechts im Strafraum durch, ihre scharfe Eingabe drückte Marlen Wodtke zum Ausgleich über die Linie.

Nun hatten die Brandenburgerinnen ihren Spielfluss gefunden, auch wenn nicht jede Aktion von Erfolg gekrönt war. Dennoch rückte Veltens Torfrau Leni Liedemann immer mehr in den Blickpunkt. Anja Seelhoff, Jessica Finkbeiner, Wodtke oder Livia Bauer kamen zu Abschlüssen, die entweder Liedemann parierte oder knapp vorbei gingen. In der 67. Minute dann eine kuriose Szene. Der Ball kam acht Meter vor dem Tor zwischen Seelhoff und der Veltenerin Marie Gutschke. Beide gingen zum Ball, der sich in einer Bogenlampe über Liedemann zum 2:1 in die Maschen senkte. Der Treffer wurde als Eigentor gewertet.

Auf dieser Führung ruhten sich die Gäste nicht aus, wollten nun die Entscheidung. Nah dran war Bauer (69.), deren Kopfball aber an die Latte ging. Nur wenig später hatte sie aber ihr Erfolgserlebnis, als sie über rechts kam und unhaltbar ins lange Eck zum 3:1 (74.) abschloss. Damit war die Partie entschieden, denn der Gegner konnte die Stahl-Defensive nie ernsthaft in Gefahr bringen. Sie probierten es immer wieder mit Schüssen aus der Distanz, die jedoch ohne Wirkung blieben. Für ihren zweiten Treffer in der 89. Minute benötigten sie schon eine große Portion Glück. Nach einem Pressschlag mit Patricia Kriltz kam der Ball direkt vor einer Veltenerin auf, die passte auf Gutschke, die zum 2:3-Endstand traf.

Dass diese Partie so einen engen Verlauf nahm, kam für Trainer Oliver Gühne nicht überraschend: „Ich habe das erwartet. Der Gegner ist hochmotoviert gegen uns angetreten. Gefühlt würde ich sagen, kommen 80 Prozent der Mannschaft vom SV Falkensee-Finkenkrug, sind das Großfeld also noch gewohnt. Die lange Spielpause hatte dann doch mehr Wirkung als gedacht. In der ersten Hälfte haben wir es auch nicht gut gemacht. Nach der Pause war ich mit der Leistung zufrieden, als wir ins Rollen gekommen sind, konnte Velten nicht mehr mithalten.“

Da die 2. Damenmannschaft ebenfalls am Sonntag spielte, konnte der Trainer auch nur 13 Spielerinnen mitnehmen. Kurzfristig war auch noch Tanja Lehmann ausgefallen. Es ist fraglich, ob sie für den kommenden Sonntag (20. November) wieder einsatzbereit ist, wenn das schwere Auswärtsspiel in Beelitz ansteht.